Konjunktionen: Kommasetzung bei weil, sondern, als

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Konjunktionen: Viele Menschen können mit diesem Begriff nichts anfangen, kennen aber Wörter wie damit, falls oder obwohl. Solche Konjunktionen beeinflussen die Kommasetzung, und genau deshalb schreibe ich diesen Grundlagenartikel. Denn wenn du die Konjunktionen und ihre Funktionsweise kennst, dann setzt du automatisch viele Kommas richtig.

Was sind Konjunktionen?

Starten wir zunächst mit der Frage, was genau Konjunktionen eigentlich sind. Sie werden nicht ohne Grund auch Bindewörter genannt, denn sie verbinden Sätze, Satzteile oder auch Wörter miteinander. Du nutzt sie also wie eine Art Kleber, um Sätze oder Wörter aneinanderzupappen. Ich rufe an, damit du Bescheid weißt. Obwohl ich ganz nett gefragt habe, wurde er gleich pampig. Ich habe nicht dich gefragt, sondern ihn. Wie du an den Beispielsätzen siehst, hat eine Konjunktion nicht den einen festen Platz in der Satzstruktur. Sie kann am Anfang stehen oder auch eher mittig.

Die Verbindung von Satzteilen, Sätzen und Wörtern kann je nach Konjunktion neben- oder unterordnend erfolgen, dazu erfährst du gleich noch mehr. Lass dich aber nicht von den Worten „neben“ und „unter“ täuschen, grundsätzlich sagt die Unterscheidung von neben- und unterordnenden Konjunktionen nicht automatisch etwas über die Kommasetzung aus. Der besseren Übersichtlichkeit wegen führe ich die Konjunktionen hier trotzdem entsprechend ihrer Gruppen auf.

Generell gilt: Es ist am sinnvollsten, die Kommasetzung direkt für die jeweilige Konjunktion vorzustellen. Aus diesem Grund gebe ich hier nur einen ersten Überblick und verweise auf die jeweiligen bereits erschienenen Artikel. Außerdem füge ich natürlich nachträglich Verlinkungen ein, wenn neue Artikel erscheinen.

Schauen wir uns nun an, wie sich neben- und unterordnende Konjunktionen unterscheiden.

Nebenordnende Konjunktionen

Gibt es Tage, an denen du von Minute eins an neben dir stehst und einfach alles schief geht? Sei in diesen Momenten froh, dass du keine Konjunktion wie und oder oder bist, denn diese Wörter stehen quasi die ganze Zeit neben sich. Oder sagen wir besser: Die Satzteile oder Wörter stehen neben ihnen. Konjunktionen wie und und oder strecken dabei die Arme aus, sie nehmen als kopulative Konjunktionen die Hände der Wörter oder Satzteile. Sie koppeln, weshalb es kein Komma braucht. Wir rufen ihn und seine Schwester. Ich ging ins Kino und anschließend nach Hause. Ich werde ihn anrufen, wenn er zu Hause ist und mit seinen Eltern gesprochen hat.

Wenn aber zwei Hauptsätze verbunden werden, dann kann ein optionales Komma gesetzt werden. So betont man in gewisser Weise die jeweilige Eigenständigkeit der Sätze. Ich gehe ins Kino[,] und anschließend rufe ich meine Schwester an und erzähle ihr, was ich gesehen habe.

Aber wie so oft: Der eine streckt die Hände aus, der andere betont lieber die Unterschiede. Kandidaten hierfür sind die Konjunktionen sondern und aber. Sie sind zwar auch nebenordnend, aber das Koppeln ist so gar nicht ihr Ding. Sie verhalten sich lieber adversativ, sie sehen sich als entgegensetzend. Und das wird in den Sätzen auch ziemlich deutlich. Ich würde gern, aber ich kann nicht. Du hast nicht mich angerufen, sondern ihn.

Genauere Informationen zur Kommasetzung und Ausnahmen von den hier vorgestellten Regeln findest du in den jeweiligen Artikeln.

Unterordnende Konjunktionen

Ordne dich gefälligst unter! Das könnte das Motto der unterordnenden Konjunktionen sein. Man findet sie daher auch regelmäßig beim Anschluss von Nebensätzen an Hauptsätze.

Bekannte Vertreter dieser Gattung sind zum Beispiel die Wörter während, weil oder sodass. Im Prinzip beginnen so eingeleitete Nebensätze mit der entsprechenden Konjunktion, am Ende des Satzes steht das finite Verb, das nach Zahl und Person bestimmt ist.

Ich rufe dich an, weil ich dir etwas sagen will. Ich habe ihn abgefragt, während er seinen Rucksack für den nächsten Schultag packte.

In solchen Sätzen findet sich immer ein Komma vor der unterordnenden Konjunktion.

Kleine Übersicht: welche Konjunktionen sind unter-, welche nebenordnend?

  • Nebenordnend
    • und, oder, sowie, beziehungsweise
    • sondern, aber, vielmehr
    • denn
    • das heißt
  • Unterordnend
    • während, weil, dass
    • damit, obwohl, insofern
    • indem, dadurch

Diese Liste ist nicht vollständig, sondern soll dir nur einen kleinen Überblick verschaffen, welche Konjunktionen es gibt.

Mehrgliedrige Konjunktionen

Falls dir jetzt schon der Kopf raucht von wegen unter- und nebenordnenden Konjunktionen: Vielleicht machst du eine kurze Pause.

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Denn jetzt geht es mit mehrgliedrigen Konjunktionen weiter. Dazu gehört die Wendung sowohl als auch. Hier werden in der Regel keine Kommas gesetzt, das ändert sich nur, wenn auf diese Weise eingeschobene Nebensätze miteinander verbunden werden. Andere mehrgliedrige Konjunktionen sind entweder oder, weder noch oder auch teils teils.

Ich war weder begeistert noch völlig entäuscht. Entweder du rufst an oder ich übernehme das für dich.

In gewisser Weise sind mehrgliedrige Konjunktionen als noch einmal eine ganz eigene Liga, was die Kommasetzung angeht. In vielen Fällen verbinden sie Satzteile ohne Komma.

Konjunktionen und einleitende Wörter: Komma oder nicht?

In einem ganz besonders ergiebigen Bereich für Kommafragen treffen Konjunktionen auf weitere einleitende Wörter. Du erinnerst dich, wie ein Nebensatz eingeleitet wird? Ich rufe dich an, wenn du zu Hause bist. Hier ist die Kommasetzung klar. Nehmen wir jetzt diesen Satz. Du rufst mich an, auch wenn ich nicht zu Hause bin?

Ich habe hier kein Komma zwischen „auch“ und „wenn“ gesetzt, denn die beiden Wörter erscheinen mir wie eine Einheit. Man spricht dabei von einer konjunktionalen Fügung. Krasses Wort, oder?

In anderen Fällen ist es aber möglich, ein voranstehendes Wort besonders zu betonen. Und wenn diese Betonung erfolgt, dann wird auch ein Komma gesetzt. Damit unterscheidet sich die Kommasetzung also von Fall zu Fall. Ich rufe dich an, besonders, wenn du nicht zu Hause bist. Und es geht auch: Ich rufe dich an, besonders wenn du nicht zu Hause bist. Ich war verliebt, kaum dass er den Raum betreten hatte. Oder auch: Ich war verliebt, kaum, dass er den Raum betreten hatte.

Ob du in solchen Formeln also ein Komma setzt, hängt auch von deiner Satzintention ab und ist nicht ganz leicht auf eine Formel herunterzubrechen.

Konjunktionen haben in jedem Fall viel mit dem Komma zu tun, und es ist vor allem eine Lern- und Übungssache, sich hier die richtige Kommasetzung einzuprägen. Es hilft, Gruppen von Konjunktionen zu kennen, die ähnlichen Regeln folgen. So steht bei aber oder sondern fast immer ein Komma, während und oder oder in der Regel Sätze, Satzteile und Wörter ohne Komma verbinden.

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