Frohes neues Jahr: Warum kein Komma?

Frohes neues Jahr - Wird ein Komma zwischen den Adjektiven gesetzt?

Der alte, kranke Mann oder der schnelle, teure Sportwagen: Oft steht zwischen zwei Adjektiven ein Komma. Bei frohes neues Jahr oder gesundes neues Jahr ist dies allerdings nicht so. Warum, das erfährst du in diesem Beitrag.

Ein Komma wird gesetzt, wenn Adjektive gleichwertig sind

Adjektive sind Wörter, die die Eigenschaften eines Lebewesens oder einer Sache beschreiben. Und weil Menschen oder Sachen oft mehrere Eigenschaften aufweisen, kann man auch mehrere Adjektive verwenden. Ein großes, rotes Haus. Ein alter, kranker Mann.

In den hier genannten Beispielen wird ein Komma zwischen den Adjektiven gesetzt. Aber warum ist das so? Nun, die Adjektive, die sich auf den Menschen oder die Sache beziehen, sind gleichwertig. Sie beziehen sich also jeweils einzeln in gleicher Art und Weise auf ihr Subjekt. Daher könnte man sie auch mit „und“ verbinden oder jeweils weglassen. Der Mann ist alt. Er ist krank. Der Mann ist alt und krank. Das Haus ist groß und es ist rot.

Es gibt in diesem Moment also keine „feste“ Eigenschaft, die unumgänglich mit der Sache oder dem Lebewesen verbunden ist und mehr gilt als eine andere. Aber Moment, feste Eigenschaft, was soll das eigentlich heißen?

Frohes neues Jahr: Es steht kein Komma, wenn eines der beiden Adjektive fest mit dem Substantiv verbunden ist

Was ist der Unterschied zwischen französischem Käse und einem alten Mann? Nein, jetzt kommt leider keine witzige Antwort, sondern eine Erklärung, was die Adjektive in den Beispielen unterscheidet. Der alte Mann war vielleicht mal jung, das Adjektiv alt ist also keine Wesenseigenschaft, die ihm eine eigene Bedeutung verleiht.

Beim französischen Käse ist das anders. Der bleibt immer französischer Käse. Das Adjektiv bezeichnet eine unabänderliche Eigenschaft und bildet mit dem Substantiv eine Bedeutungseinheit.

Deshalb wird beim französischen Käse kein Komma gesetzt, wenn ein weiteres Adjektiv ins Spiel kommt. Das hier ist ein reifer französischer Käse. Dass kein Komma steht, lässt sich auch durch eine Probe mit „und“ feststellen. Man kann nicht sagen, dass der Käse reif und französisch ist. Nein, es ist ein französischer Käse, der reif ist.

Und damit kommen wir – ich gebe zu, es hat ein wenig gedauert – zum neuen Jahr. Wenn man ein gesundes oder frohes neues Jahr wünscht, dann bezieht sich der Wunsch auf das neue Jahr. Man wünscht nicht ein frohes und neues Jahr, sondern das neue Jahr soll von Glück oder Gesundheit geprägt sein. Ein neues Jahr, das froh verlaufen soll.

Expertenlevel 9000: Darum ist die Unterscheidung so knifflig

Aber es gäbe natürlich nicht den Bedarf für eine Seite zur Kommasetzung, wenn es so einfach wäre. Manchmal gibt es nämlich mehrere Möglichkeiten, und die Kommasetzung zwischen Adjektiven kann dann sinnverändernd sein.

Nehmen wir zum Beispiel ein schnelles, teures Auto. Damit wäre gemeint, dass das Auto schnell ist und auch teuer. Genauso wäre es aber auch möglich zu schreiben: ein schnelles teures Auto. Dann wäre ein in jedem Fall teures Auto gemeint, das noch dazu schnell ist.

Je nach Intention ist also manchmal das Setzen eines Kommas zwischen Adjektiven möglich, wo es genauso ohne ginge. Das macht das Ganze noch etwas komplizierter.

Frohes neues Jahr: das musst du zu Groß- und Kleinschreibung wissen

Neben der Kommasetzung taucht auch immer wieder die Frage auf, ob die Klein- oder Großschreibung richtig ist, ob es also frohes Neues Jahr oder frohes neues Jahr heißt. Tatsächlich wird kleingeschrieben. Warum das so ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Spickzettel

  • Bei gesundes neues Jahr wird kein Komma zwischen den Adjektiven gesetzt, weil das Adjektiv „neu“ mit dem Jahr eine Bedeutungseinheit bildet. Das neue Jahr soll froh oder gesund verlaufen. Aber egal wie, es bleibt immer das neue Jahr, das durch ein zusätzliches Adjektiv weitergehend beschrieben wird.
  • Ein Komma setzt du hingegen, wenn du zwischen zwei Adjektiven gedanklich ein „und“ einsetzen kannst. Ein aufregendes, aufwühlendes Jahr. Die Adjektive sind in diesem Fall gleichwertig auf das Substantiv bezogen, denn das Jahr war aufregend und aufwühlend zugleich.

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